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Kennen Sie auch jemanden, dessen Terminkalender droht zu platzen? Jemanden, der insgeheim so eine Art hundertarmiger Schiavagott sein müsste, bei all den Sachen, die er an der Backe hat? Ich kennen so einen…der läuft bestimmt seine 50 Stunden im Büro umher. Der ist nicht nur Leiter des Umweltprojektes, sondern er hat auch noch eine Initiative für Fairtrade-Kantinen-Essen ins Leben gerufen. Wahnsinn. Außerdem ist er Trainer der Betriebssportmannschaft. Und wenn eine Kollege Trost braucht, ist seine Türe offen – und er hat immer ein Ohr für sie. Ich habe ihn kennen gelernt im Sportverein, wo er Kassenwart ist. Derzeit ist er vollauf mit der Vorbereitung des Faschingsumzuges seines Ortes beschäftigt. Ja, das macht er auch noch, und ich habe keine Ahnung, wie er das durchhält. Also fragte ich ihn neulich, was er denn zum Ausgleich tue. Und wissen Sie was? Da ist er auch nicht besser, das Selbe in Grün. Er spielt Handball, schwimmt 1000 Meter, trifft sich einmal die Woche zum gemeinsamen Saunaabend. Als er mir das erzählte, sah er dabei aber nicht sehr glücklich aus.
Wovor er wohl wegläuft? Wieso macht er das? Vielleicht, weil er die Anerkennung in all diesen Bereich braucht. Vielleicht, weil er sich von etwas anderem ablenken will. Gesund ist das bestimmt nicht. Ich würde ihm ja raten, einmal alle seine Posten, Ämter und Freizeitaktivitäten aufzulisten und diejenigen zu streichen, die ihn zu sehr stressen oder ihm nicht gut tun. Ich würde ihm wünschen, dass er nächstes Mal „Nein“ sagt, wenn ihm der hundertste Posten angeboten wird. Ich würde ihm versuchen zu erklären, dass es ungesund ist, auf diese Weise der Anerkennung hinterherzulaufen. Ich würde ihm sagen, dass er nicht so sehr für andere, sonder auch mal für sich selbst da sein sollte. Und nicht nur die Bedürfnisse anderer, sondern auch seine eigenen befriedigen sollte. Aber leider kann ich ihm das nicht erklären…. er hat ja nie Zeit. |