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Der Terminplan von Frau Hamster war übervoll, die To-Do-Liste für einen regulären Arbeitstag zu lang, sie drehte am Rad. Als ein Kunde ihr eine komplizierte Frage stellte, dann ihre Mutter anrief und minutiös den Arztbesuch erläuterte, die Kollegin mit dem Excelproblem nervte, der Chef laut wurde und zu guter Letzt auch noch ihre Kaffeetasse umkippte, wurde ihre Stimmung gereizt, die Bewegungen wurden hektisch, ihr Herz raste, der Blutdruck stieg, sie konnte nicht mehr klar denken.
Ein ganz normales Phänomen. Denn Stress ist ein uralter Überlebensmechanismus und rettete den Ur-Menschen schon vor den Säbelzahntigern. In gefährlichen Situationen, bei Angst oder Erwartungsdruck wird noch heute ein biologisches Programm gestartet, das zu Höchstleistungen führt: Der Ausstoß von Adrenalin reduziert das Schmerzempfinden, der Mensch hat mehr Ausdauer, weniger Angst und braucht weniger Schlaf, das Herz pumpt mehr Blut in die Adern. Gleichzeitig werden Tätigkeiten wie Verdauung oder Immunabwehr auf ein Minimum reduziert bzw. gestoppt, und das Gehirn kann nicht mehr logisch denken. Die ganze Programmabfolge hatte einst nur das Ziel, den Ur-Menschen blitzschnell reagieren zu lassen.
Während er aber um sein Leben rannte, passierte in seinem Körper etwas höchst Interessantes: Die Stresshormone wurden wieder abgebaut - samt ihren Konsequenzen. Doch Frau Hamster baut ihre Stress-Hormone nicht ab, weil sie am Schreibtisch sitzen bleibt und weiter an ihrer To-Do-Liste arbeitet. Das Stress-Programm bleibt in ihrem Körper und führt auf längere Sicht zu Magen-Darm-Problemen, Herzinfarkt, Hörsturz, Depressionen, sexuellen Störungen, Schlaf- oder Konzentrationsproblemen und Dauer-Erkältung.
Daher raten wir Frau Hamster sich zu bewegen, um die Stresshormone abzubauen. Nach einem anstrengenden Termin sollte sie spazieren gehen, vielleicht mehrmals die Treppen auf und ab laufen oder nach Feierabend Sport treiben. Sie sollte zwischendrin versuchen abzuschalten: wenn sie sich tagsüber nicht entspannen kann, dann wenigstens abends – indem sie sich ablenkt oder sich etwas Gutes tut. Freunde, Hobbies, Sport, Wellness oder Theaterbesuche helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Sie könnte auch eine Entspannungstechnik erlernen: Autogenes Training, Yoga, Tai Chi und Meditation haben gemeinsam, dass Frau Hamster lernt, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich nach einer An-spannung zu ent-spannen. Und sie könnte wieder einmal lachen, vielleicht indem sie sich lustige Filme ansieht: Denn Humor hilft, Stress abzubauen. Nichts sollte so ernst genommen werden, dass es sich lohnte, dafür krank zu werden. |