MARKETINGREGELN (Mai 2006) (Auszug aus dem IHK-Report Südhessen vom Mai 2006)
Neue Produkte, Rabataktionen, Kundenkarten, Fernsehspots, Online Shops, Anzeigenwerbung, Beilagen, Product Placement, Sponsoring – das alles ist Marketing. Marketing begegnet uns täglich und überall, wohin wir schauen, ob wir das Fernsehgerät anschalten, den Computer oder das Radio oder ob wir in Zeitschriften blättern. In der klassischen Definition der Betriebswirtschaftslehre spricht man von „marktorientierter Unternehmensführung“, von „Planung und Koordination aller Aktivitäten des Unternehmens auf die Anforderungen des Marktes“. Aber was bedeutet das konkret für kleine und mittlere Unternehmen?
Marketing auf Siegeszug – Ohne Zweifel, Marketing hat in den letzten Jahrzehnten einen erfolgreichen Siegeszug durch alle Branchen und Unternehmensgrößen gemacht. Dennoch gibt es immer Zweifler, die die Frage stellen „Was kostet Marketing? - Kostet Marketing mehr als es nutzt? - Brauchen wir überhaupt Marketing? - Ist Marketing wirklich mehr als Werbung?“ Große, mittelständische und kleine Unternehmen verbindet eins: Sie wollen ihre Produkte und Leistungen vermarkten und daraus Gewinne realisieren. Dafür reicht es nicht allein, gut zu sein. Auch die potenziellen Abnehmer müssen es wissen. Das ist durch Marketing lösbar.
Nichts geht mehr ohne Marketing – Heute gibt es keine Branche, die auf Marketing wirklich verzichten kann und auch keine Unternehmensgröße. Auch der Ein-Mann-Betrieb oder das kleine Taxiunternehmen machen Marketing, bewusst oder auch unbewusst. Sicherlich differieren die Ziele, die Möglichkeiten, die Ressourcen, die Aufgaben und auch die Budgets, die dafür zur Verfügung gestellt werden können. Die Regeln aber sind gleich. Wie auf einer Autobahn große und kleine Autos fahren, schnelle und langsame, so folgen sie doch den gleichen regeln. Das gilt ebenso für den Marketing-Highway, auf dem sich Unternehmen ganz unterschiedlicher Größenordnungen bewegen. Sie müssen folgendes beachten:
Marketingregeln:
Regel Nummer 1: Marketing geht alle im Unternehmen an. Für kleine und mittelständische Unternehmen, die überwiegend inhabergeführt sind, ist die klare Entscheidung für das Marketing Chefsache. Von dort aus muss das Marketing kaskadenförmig weiterentwickelt werden. Jeder im Unternehmen muss das „M“ im Kopf haben, das für Marketing steht und Markt und damit Kunden meint.
Regel Nummer 2: den Markt kennen. Das bedeutet, zu wissen, was die Kunden wollen, zu wissen, was der wettbewerb tut und sich auch selbst zu kennen, seine eigenen Stärken und Schwächen. Nur so kann man Veränderungen frühzeitig erkennen und entsprechend reagieren oder besser noch, selbst die Initiative ergreifen und Trends setzen.
Regel Nummer 3: Ziele und Strategien planen. Nur wer ein Ziel vor Augen hat, weiß, wohin er gehen soll. Marketingziele sind nicht nur Umsatzziele, sondern auch Produktziele, Marktziele. Eintritt in neue Märkte oder auch Asuweitung von Produktlinien oder Reduzierung. Nicht zuletzt Fragen der Positionierung und damit Qualitätsziele sind hier anzusprechen. Dann muss festgelegt werden, wie die Ziele erreicht werden.
Regel Nummer 4: Maßnahmen gestalten. Nun heißt es, die Schalthebel des Marketing zu bedienen, den Marketing-Mix. Hier fallen die zentralen instrumentellen Entscheidungen, welche Produkte man anbietet, zu welchem Preis, mit welchem vertrieb und welche Kommunikationsmittel man dafür einsetzt.
Regel Nummer 5: Marketing auf den Prüfstand stellen. Das heißt, geplante und tatsächliche Ziele abzugleichen und Ergebnisse zu analysieren mit dem Ziel, daraus Handlungsempfehlungen für die nächsten schritte zu erhalten.
Diese Regeln sind die Leitlinien und Orientierungsgrößen, quasi der Fahrplan. Der gilt für alle Unternehmen gleichermaßen. Sie sind Marketing-Handwerk; nicht mehr, aber auch nicht weniger.
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